Eine Überweisung mit Stift und Papier tätigen oder die Wochenendeinkäufe mit Bargeld bezahlen, das war einmal: Wir nutzen die Dienstleistung einer Bank heute auf eine andere Art und Weise, als noch vor knapp zwei Jahrzehnten. Das hat die Finanzbranche nachhaltig verändert. Welche Zukunft haben nun Banken?

Hast Du in letzter Zeit einmal versucht einen Geldschein am Schalter einer Bank zu wechseln? Wenn ja, dann wirst Du wahrscheinlich festgestellt haben, dass nicht die Angestellten der Bank Deinen Geldschein gewechselt haben, sondern ein Automat: Du hast Deinen Geldschein mithilfe des Automaten auf Dein Konto eingezahlt, woraufhin Dir wiederum der Automat Dein Geld in der gewünschten Stückelung ausgezahlt hat.

Diese Szene ist beispielhaft fürs heutige Tagesgeschäft einer Bank in Deutschland. Viele Kunden lehnen die Digitalisierung der Finanzbranche jedoch ab, weil ihnen der persönliche Kontakt zum Angestellten sehr wichtig ist. Trotzdem treiben Banken ihre Digitalisierung voran: Von Contactless Payment in einem Supermarkt über die Überweisung mittels Smartphone kannst Du heute zwischen verschiedenen Methoden auswählen, um zum Beispiel etwas zu bezahlen.

Banken stehen unter hohem Druck

Der Wettbewerb in der Finanzbranche steigt: Digitalisierung, Globalisierung und Niedrigzinsen setzen Banken unter Druck. Gleichzeitig streben zum einen mit Fintechs ebenso agile wie digitalisierte Start-ups aus der Finanzbranche auf die Märkte. Außerdem müssen zum anderen etablierte Banken ihre Kosten senken. Ein sehr hoher Kostenfaktor sind vor allem die Personalkosten.

Unternehmen wie Banken können durchs Senken ihrer Personalkosten folglich sehr viel Geld einsparen. Mit (oder wegen) der Digitalisierung bauen sie deshalb Stellen ab, weil beispielsweise ein Automat einen Angestellten am Schalter ersetzt. Diese Wende in der Finanztechnologie – übrigens abgekürzt durch Fintech, – gibt’s seit der Jahrtausendwende. Seitdem digitalisieren immer mehr Banken ihre Geschäftsmodelle.

Diesen Trend belegen Zahlen: Der Anteil an Konten bei Direktbanken, also Banken die nicht einmal mehr Filialen besitzen, steigt stetig. Besaßen in Deutschland im Jahr 2000 noch 3,9 Millionen Kunden ein Konto bei einer Direktbank, waren es im Jahr 2015 bereits 18,2 Millionen Kunden.

ICOs ersetzen Kreditvergabe durch Banken

Darüber hinaus drängen neue Finanzierungsmethoden auf die Märkte und ersetzen dadurch das klassische Geschäft der Kreditvergabe durch Banken.

  1. Robo-Advisor:

Robo-Advisor zielen darauf ab, Deine bisherige Beratung durch Bankangestellte zu digitalisieren und somit zu automatisieren. Deine Geldanlage soll dabei persönlicher auf Dich zugeschnitten und hierfür durch einen Algorithmus bestimmt werden. Eines der bekanntesten Robo-Advisor Unternehmen ist Vaamo aus Frankfurt. Mittlerweile bieten aber auch etablierte Banken einen vergleichbaren Dienst an, etwa die Deutsche Bank.

  1. Crowdfunding:

Das Crowdfunding ist eine beliebte Finanzierungsmethode, sowohl für Privatpersonen, als auch für Unternehmen. Die Zahl der Projekte, welche durch Crowdfunding finanziert werden, steigt: Im Jahr 2011 nahmen Projekte weltweit knapp 1,5 Milliarden Dollar durch Crowdfunding ein. Vier Jahre später im Jahr 2015 waren es insgesamt schon über 34,4 Milliarden Dollar.

  1. ICO:

Eine besondere Methode des Crowdfundings sind ICOs. Sie sind ein weiterer Wettbewerber für Banken. Grundsätzlich sind Projekte, welche durch ein ICO finanziert werden, finanziell unabhängiger, weil anstatt eines einzelnen Investors wie beispeilsweise eine Bank, viele Investoren in ein Projekt investieren. Das kann die Risiken für den einzelnen Investor minimieren – wenngleich ICOs natürlich nicht risikoarm sind. Mehr über die Besonderheiten eines ICO kannst Du in unserem Knowledge nachlesen.

Werden Bankfilialen in Zukunft aus unserem Stadtbild verschwinden, was denkst Du? Sag’s uns und kommentiere diesen Text entweder auf unseren Social-Media-Kanälen oder schreibe uns eine E-Mail mit Deiner Meinung an redaktion@digbees.de – wir freuen uns auf Deine Meinung!