Mit einem ICO Geld verdienen: Davon träumen Unternehmen und Anleger gleichermaßen – und sie denken dabei kaum an Gesetze und Steuern. Erfahre jetzt, welche Gesetze für ein ICO in Deutschland wichtig sind.

Welche Gesetze musst Du einhalten und welche Steuern musst Du zahlen, wenn Du in ein ICO investierst? Wir wollen Dir erklären, was Du darüber wissen solltest, bevor Du in ein ICO investierst.

In Deutschland entdecken immer mehr Unternehmen, vor allem Start-ups, für sich ICOs als Methode fürs Finanzieren ihrer (neuen) Projekte. Gleichzeitig investieren immer mehr Anleger aus Deutschland in ICOs. Dennoch wissen häufig weder Unternehmen noch Anleger, was sie bei einem ICO mit Blick auf deutsche Gesetze und Steuern beachten müssen. Das ist ein Problem.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ist die deutsche Behörde, die alle Bereiche des Finanzwesens in Deutschland beaufsichtigt. Deshalb hat sich die Bafin in der Vergangenheit mit vielen Fragen über gesetzliche Regelungen für ICOs befasst.

Rechtslage in Deutschland unklar

Die Rechtslage rund um ICOs war und ist in Deutschland nicht eindeutig. Immerhin hat die Bafin festgellt, dass ICOs in Deutschland rechtlich überhaupt möglich sind. Die Behörde hat mitgeteilt, dass sie Kryptowährungen wie Bitcoin als sogenannte Finanzinstrumente bewertet – damit hat die Finanzaufsicht mit Sitz in Bonn und Frankfurt festgestellt, dass Kryptowährungen rechtlich mit Devisen vergleichbar sind.

Der Verkauf von Kryptowährungen stellt nach Angaben der Bafin eine Finanzdienstleistung im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG) dar: Kryptowährungen wie Bitcoin seien „rechtlich verbindlich als Finanzinstrumente qualifiziert“, teilte die Bafin im April 2016 mit. Kryptowährungen seien nämlich mit Devisen vergleichbar, weshalb das Gesetz Anwendung finden könne.

Dennoch entfällt bei Kryptowährungen eine Erlaubnispflicht im Sinne des KWG. Das Gesetz findest Du unter Paragraf 32 Abs. 1 KWG. Außerdem entfällt eine Regulierung nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Darüber hinaus erfüllen Kryptowährungen nicht die Definitionen des Wertpapierhandelsgesetzes. Dennoch können für ICOs andere Gesetze angewendet werden, zum Beispiel das Vermögensanlagengesetz. Ob und wenn ja welche Gesetze Anwendung finden, ist jedoch von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich.

Anleger können einfach investieren

Du siehst, dass ein ICO in Deutschland nicht reguliert ist. Viele Fragen bleiben zunächst unbeantwortet. Das ist ein Problem, das vor allem Unternehmen betrifft. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das eine Ursache, wieso einerseits immer mehr Unternehmen in Deutschland ICOs vorantreiben, andererseits trotzdem die Mehrheit der Unternehmen ICOs skeptisch gegenübertritt.

Darum sollten Unternehmen ein ICO nicht ohne eine anwaltliche Beratung starten. Ansonsten ist die Gefahr sehr groß, dass sie sich in einer rechtlichen Grauzone bewegen. Anwälte können zum Beispiel das White Paper und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eines ICOs überprüfen.

Schließlich ist die gesetzliche Grundlage in Deutschland für Anleger klarer: Sie können einfach investieren. Dafür haben Anleger ein anderes großes Risiko: Der Verlust ihres Geldes, wenn ein ICO scheitert.

Im nächsten Teil erfährst Du, was Du über Steuern und ICOs wissen musst: Ließ jetzt mehr darüber und erfahre, wie Du im besten Fall Steuern sparen kannst.