Die grüne Währung? Nein, gemeint ist nicht der Dollar. Aber von Bitcoin & Co. kann auch nur bedingt die Rede sein. Wie hängen eigentlich Umweltschutz und Kryptowährungen zusammen?

Wer seine Geschäfte elektronisch abwickelt, könnte meinen, er handle auf löbliche Weise ökologisch. Kein Papiergeld, keine Münzen, keine Fabriken – nicht mal Überweisungsträger. Aber es gibt einen Zusammenhang zwischen Natur und Digitalwährungen, der lange unbeachtet geblieben ist.

Ein erster offensichtlicher Berührungspunkt ist eine zunächst kognitive Bewegung: Umdenken! Umweltschutz und Kryptowährungen überlappen dort, wo unsere Zukunft normativ auf den Prüfstand gehoben wird und wir die Frage danach, wie wir leben wollen, neu zu beantworten haben. Denn, egal ob Natur oder Finanzen, ein Weiter-wie-bisher scheint ausgeschlossen.

Aber es gibt noch einen anderen, weitaus bedenklicheren Zusammenhang. Stichwort: Mining. Der deutsche Begriff für den Prozess, bei dem Krypto-Zahlungen abgesichert werden, kommt viel antiquierter daher. Das „Schürfen“, ursprünglich eine Bergbau-Vokabel, dient der Bestätigung oder Verifizierung einer Transaktion. Dabei wird vom Netzwerk einer Kryptowährung wie etwa Bitcoin allen beteiligten Computer ein mathematisches Problem gestellt, das sie knacken müssen. Wer die Aufgabe löst, generiert Münzen.

Immenser Stromverbrauch

Soweit so gut. Aber genau hier liegt das Problem. Die einzige Ressource, an die Kryptowährungen gemeinhin gekoppelt sind, ist Strom. Rechenleistung krönt die Krypto-Könige. Je mehr Power, desto erfolgreicher schürft es sich. Das bedeutet aber auch: Wer den meisten Strom zieht, hat die virtuellen Taschen am vollsten. Und der Verbrauch schießt aktuell durch die Decke.

Nach Angaben des Branchen-Magazins „t3n“ liegt er bei über 200 Kilowattstunden pro Bitcoin-Transaktion – das entspricht etwa dem monatlichen Verbrauch eines Einpersonenhaushalts. Ganz im Schürffieber wurden eigens für Bitcoin optimierte Prozessoren entwickelt, ausgefeilte Kühlsysteme erdacht oder massenhaft Privatrechner in großen Hallen in Reihe geschaltet. Der verursachte CO2-Ausstoß ist nur grob schätzbar, sicher aber immens.

Grüne Alternativen

Ja, Blockchain kann die Welt verändern. Viel mittelbarer jedoch ist die Auswirkung der Technologie auf unsere Umwelt. Derzeit mangelt es an rechtlicher Handhabe, räumte auch Mariya Gabriel, Digitalkommissarin der EU, vor kurzem ein. Aber: Mining geht auch grün. Verschiedene Anbieter besiedeln den Markt, die Digitalwährung mit umweltpolitischen Zielen in Einklang bringen wollen. Hier sind drei Beispiele:

  • HydroMiner: Das Wiener Startup bedient sich der Kraft des Wassers: Die Idee ist es, alte Wasserwerke, die aufgrund von hohen Sanierungsbedarfs nicht mehr zur Verteilung, sondern lediglich noch zur Generierung von Strom taugen, als Mining-Orte zu nutzen. Das Unternehmen entäußert dann H20-Token, die gegen „Schürf-Zeit“ eingetauscht werden können.
  • OZ Mining: Die Tochterfirma des japanischen Unternehmens Kumamoto Energy nutzt überschüssigen Solarstrom für das Minen von Kryptowährungen
  • Chia: Die Idee zu der neuen Kryptowährung stammt von BitTorrent-Erfinder Bram Cohen. Das Konzept: Unter Rückgriff auf ungenutzten Festplattenspeicherplatz, soll zusätzlicher Stromverbrauch durch Prozessorleistung vermieden werden.

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