In der boomenden IT-Branche sind Frauen unterrepräsentiert. Außerdem gibt’s in dieser Szene kaum Gründerinnen. Warum ist das so? Wir sagen Dir, wie es um den weiblichen Anteil in der gesamten Gründerszene steht.

„Als Chef ist Sensibilität sehr wichtig. Gerade mit anders geschlechtlichen Mitarbeitern. Zum Beispiel Frauen.“ Dieser Spruch des deutschen Fernsehchefs „Stromberg“ ist eigentlich Satire. Trotzdem enthält er einen Funken Wahrheit. Die Start-up Szene strotzt vor Testosteron. Frauen in Führungspositionen findest Du nur vereinzelt. Laut dem Deutschen Startup Monitor lag der Anteil von Frauen, die 2017 ein Start-up gründeten, bei lediglich 14,6 %.

Weniger Gründerinnen als Gründer

  • Rollenverteilung und Klischees

Zunächst könnte es an der geschlechtlichen Rollenverteilung liegen. Führungseigenschaften wie Dominanz, Selbstsicherheit, Autonomie usw. ordnet man eher typisch „männlichen“ Charakterzügen zu.

Weiterhin sorgt die Akzeptanz für die angeblich „angeborene“ Schwäche in Mathematik und Naturwissenschaften dafür, dass sich verhältnismäßig wenige Mädchen für die Tech-Branche interessieren.

  • Die Familie

Leider wahr, eine eigentlich schöne Sache – die Familiengründung – hindert viele Frauen daran, auch ein Unternehmen zu gründen. Bei vielen ist die Furcht, eine „Rabenmutter“ zu sein, ausschlaggebend.

  • Unsicherheiten und Ungerechtigkeiten

Frauen haben eine höhere Risiko-Aversion: Frauen vermeiden oder umgehen Risiken häufiger, als Männer. Das ist aufgrund der Vielzahl von Risiken und Einflussfaktoren in der stark fluktuierenden Start-up-Branche ein Nachteil.

Und selbst, wenn eine Frau gründen will und dafür Kapital anfragt, hat sie mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen. Wissenschaftler der Harvard Universität haben in einer Studie bestätigt, dass Venture-Kapitalgeber Frauen aufgrund von Rollenklischees benachteiligen.

  • Das Netzwerk

Ein gut verzweigtes Netzwerk ist in der Start-up-Szene – und dementsprechend auch für eine Gründung – essenziell. Allerdings netzwerken Frauen und Männer unterschiedlich. Laut einem Artikel der „Welt“ knüpfen Männer beim Networking nicht nur berufliche, sondern auch soziale Kontakte. Muthoni Waigwa vom Start-up Nifty Works Plus spricht bei „Gründerszene“ von bestehenden „Boys Clubs“, in die Frauen schwer oder gar nicht hineinkommen.

Haben Frauen eine Chance?

Glücklicherweise haben inzwischen viele Initiativen das Problem erkannt und gehen dagegen vor. Schülerinnen und Studentinnen sollen beispielsweise verstärkt in die IT-Branche gelockt werden.

Auch der Bund und die Länder unterstützen Frauen bei ihren Gründungen vermehrt, beispielsweise durch Beratungsförderungen und Ähnliches. Außerdem können sich Gründerinnen bei der Investorensuche und für die Finanzierungsstrategie zum Beispiel an das Finanzierungsnetzwerk Bay-Start-up wenden.

Darüber hinaus gibt es immer mehr Networking-Möglichkeiten, speziell für Frauen. Hier ist die Plattform SheTrades zu nennen, die sich für mehr weibliche Gründer einsetzt.

Frauen haben genau dasselbe Potential wie Männer, um erfolgreich zu gründen. Es ist deshalb wichtig, Frauen verstärkt in diesem Bereich zu unterstützen und die Gründerinnenquote nach oben zu korrigieren.

Egal, ob Frau oder Mann: Wir sagen Dir, welche Events Du für Deine Gründung besuchen musst – entdecke jetzt unseren Kalender und besuche ein Event in Deiner Nähe.