Die deutsche Bankenaufsicht BaFin hält sich mit einer Einschätzung gegenüber ICOs bedeckt. Sie warnte allerdings Anleger unter anderem vor „erheblichen Risiken“. Wir sagen Dir jetzt, was die Behörde zu ICOs sagen hat.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Bereiche des deutschen Finanzwesens zu beaufsichtigen und auf korrekte Abläufe zu überprüfen. Der Handel mit Kryptowährungen und ICOs fallen dementsprechend in ihren Zuständigkeitsbereich.

Was sagt die BaFin zu ICOs?

Die BaFin nennt sich technologieneutral, das heißt es besteht keine besondere Haltung gegenüber ICOs. Sie prüft vielmehr, ob ein ICO erlaubnispflichtig ist oder nicht. Eine einheitliche rechtliche Regelung zu diesem Thema ist allerdings aufgrund der großen Vielfalt von Token nicht möglich. Stattdessen entscheidet die BaFin je nach Einzelfall.

Bei ihrer Prüfung ist die BaFin an die bestehenden Aufsichtsgesetze gebunden. Deshalb ist allenfalls der Gesetzgeber in der Lage hier Einfluss zu nehmen.

Dennoch warnt die Behörde in dem Fachartikel „Initial Coin Offerings: Hohe Risiken für Verbraucher“, den Du seit dem 15. November 2017 auf der Webseite der BaFin findest, Investoren vor allem vor dem spekulativen Charakter von ICOs.

Was kritisiert die Behörde?

In ihrem Artikel zählt die BaFin die konkreten Risiken auf, die Investoren bei ICOs auf sich nehmen. Wir haben sie hier für Dich ebenfalls nochmal zusammengefasst.

  • Verlustrisiko: ICOs sind spekulativ. Es besteht die Möglichkeit, dass Du Deine gesamte Investition verlierst.
  • Keine Regulierung: ICOs finden meistens in einem unregulierten Bereich statt.
  • Kein Schutz: Als Anleger hast Du keinen Verbraucherschutz, Datenschutz oder „kapitalmarktspezifische Anlegerschutzinstrumente“. Das bedeutet, Auffangnetze oder Schutzregularien wie bei normalen Geldgeschäften greifen hier nicht.
  • Zu wenig oder zu schlechte Informationen: Die Whitepapers vieler ICOs sind unzureichend recherchiert oder nicht ausführlich genug für fundierte Investments.
  • Komplexität: Du benötigst umfassendes technisches Verständnis, damit Du ICOs vernünftig beurteilen kannst.
  • Frühphasenprojekte: ICOs finden dann statt, wenn das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt. Dementsprechend kannst Du Entwicklungsstand und Geschäftsmodell häufig nur unzureichend beurteilen.
  • Volatilität: Es gibt häufig große Preisschwankungen bei den Token
  • Betrugsrisiko: Es gibt bei ICOs häufig Betrüger. Zum Beispiel kann ein fehlerhafter Programmcode von Dritten ausgenutzt werden.

BaFin hat keinen direkten Einfluss

Die BaFin kann ICOs zwar nicht direkt beeinflussen, aber überwachen. Hier siehst Du in drei Punkten, inwieweit die BaFin bei ICOs regulierend tätig ist.

  • Die BaFin entscheidet je nach Einzelfall, ob der Anbieter eines ICOs noch weitere gesetzliche Auflagen zu erfüllen hat oder Prospektpflichten einhalten muss.
  • Die BaFin muss vorab eine Erlaubnis ausstellen, bevor Unternehmen und Personen mit Token gewerblich handeln dürfen.
  • Die BaFin verfolgt Hinweise auf unerlaubte Geschäfte und greift gegebenenfalls im Verwaltungswege ein.

Wie Du Deine Investition in ein ICO vorbereiten kannst und dadurch die Risiken Deiner Investition minimieren kannst, das sagen wir Dir unter anderem in unserer Checkliste für ICOs.