Du willst für Zeitungen und Zeitschriften nicht mehr bezahlen – deshalb werden Dich in Zukunft die Verlage dahinter bezahlen, wenn Du Dir ihre Texte durchliest, Dir ihre Bilder anschaust. Dieses verwegene Ziel will ein Start-up aus Frankfurt nun durch ein ICO finanzieren. Kann das funktionieren?

Welche Zukunft haben Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland? Hast Du eine Tageszeitung oder eine Wochenzeitschrift abonniert? Wahrscheinlich hast Du das nicht. Unsere Mediennutzung hat sich verändert: Immer mehr Menschen lesen oder hören und sehen Nachrichten online – und häufig bezahlen sie dafür nicht. Das ist ein Problem – für Verlage, ebenso wie für Radiosender und für Fernsehsender, aber auch für Dich. Wieso?

„Wir wollen eine Art Tinder für Nachrichten entwickeln“

Onik Mia im Gespräch mit Digbees

Die Produktion unserer täglichen Nachrichten ist sehr aufwendig, zum Beispiel über deutsche Innenpolitik oder über die Konflikte im Nahen Osten. Die Rechnung bezahlen auf der einen Seite wir, indem wir Rundfunkbeiträge fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen bezahlen und indem manche von uns darüber hinaus Zeitungen und Zeitschriften abonnieren. Und die Rechnung bezahlen auf der anderen Seite Unternehmen, indem sie ebendort werben. So weit, so gut.

Medien nutzen: überall und jederzeit

Mit der Digitalisierung hat sich die Mediennutzung verändert: Heute nutzen wir Medien zum Beispiel mobil – überall und jederzeit; wir suchen mehr nach Inhalten; dahin gehend finden und nutzen wir mehr Inhalte. Gleichzeitig bezahlen wir immer weniger für Medien. Das Start-up Multra aus Frankfurt will für Medien das Problem ihrer Finanzierung lösen. Wie? Du sollst für Deine Mediennutzung bezahlt werden und infolgedessen mehr Medien nutzen – folglich will das Start-up bisherige Bezahlmodelle wie kostenpflichtige Abonnements revolutionieren.

„Wir wollen eine Art Tinder für Nachrichten entwickeln“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Onik Mia. Der Jurist will seine Idee nun mit einem ICO finanzieren. Mithilfe von Blockchain will er mit seinem Unternehmen eine App für Zeitungen und Zeitschriften programmieren. Seine fertige App sollen Leser in Zukunft auf ihr Smartphone oder Tablet herunterladen. Anschließend sollen sie Texte und Bilder aus verschiedenen Redaktion lesen können. Ihre Leser bezahlen sollen am Ende die Verlage und deren Werbekunden, denen das Start-up durch die App eine höhere Reichweite in Aussicht stellt.

Bis dahin muss das Start-up vor allem ein Problem lösen: Verlage sind alles andere als „digital“ – sie sind schwerfällig. Das heißt, dass das Start-up sehr große Probleme haben wird, überhaupt Verlage und ihre Redaktionen zu finden. Dennoch ist Mia zuversichtlich: „Wir denken, dass unsere App den Journalismus und dadurch die Meinungsfreiheit und die Demokratie stärken wird.“

Kann die Idee des Start-ups funktionieren, was denkst Du? Schreib‘ uns jetzt eine Nachricht mit Deiner Meinung an redaktion@digbees.de.